Profi-News
28. September 2011 15:00, Bosch Blau Experten-Team
Ein deutlicher Schritt nach vorn - Der Bosch D-tect 150 Professional im Test
Bei der Altbaurenovierung und der Montage von Sanitärobjekten kommt es immer wieder zu angebohrten Leitungen. Leo Gahleitner (44) kennt das Problem: Allein im letzten Jahr gab es zwei solcher Fälle in der Firma Gahleitner – Elektro – Heizung – Sanitär, in der er angestellt ist. Bisher war in dem Familienunternehmen mit 24 Mitarbeitern ein einfaches Leistungssuchgerät im Einsatz.
Detektionsmodi für alle Fälle
Mit dem D-tect 150 Professional entwickelte Bosch ein universelles Ortungsgerät, das durch eine Ultrabreitband-Radarsensorik Leitungen und Rohre aller Art orten kann. Wir stellten Leo Gahleitner dieses neue Gerät zur Verfügung, um die neuen Detektionsmodi zu testen: Im Universalmodus zeigt es Kunststoff-, Metall- und Elektroleitungen an, dieser Modus ist für alle Wandszenarien geeignet. Die Betriebsart Beton Spezial eignet sich besonders für Ortungsarbeiten in Stahlbeton und für die Suche nach tiefliegenden Objekten. Mit ihr lassen sich Armierungseisen, Kunststoff- und Metallrohre finden. Auch Elektroleitungen werden bis zu einer Messtiefe von 15 cm angezeigt. Mit dem Modus Trockenbau lassen sich Holzbalken, Metallständer und Stromkabel in Trockenbauwänden orten. Gefüllte Kunststoffrohre werden in diesem Modus ebenfalls angezeigt. Im Modus Hohlziegel/-block können bei Baustoffen mit vielen Lufteinschlüssen metallische und spannungsführende Leitungen aufgespürt werden. Der Modus Flächenheizung ist zum Aufspüren von Metall, Metallverbund- und wassergefüllten Kunststoffrohren sowie Elektroleitungen gedacht.
Der D-tect 150 Professional im Handwerkeralltag
Auf der Suche nach einem besseren Gerät freute sich Leo Gahleitner darüber, den D-tect 150 Professional von Bosch im praktischen Einsatz zu testen. Heute berichtet er uns von den Qualitäten des Bosch Ortungsgerätes. Wir trafen den Sanitär- und Heizungstechniker im oberösterreichischen Neufelden, wo auch der Sitz seiner Firma ist:
Bob: Warum waren Sie auf der Suche nach einem neuen Ortungsgerät?
Leo Gahleitner: Wir hatten einfach zu viele Probleme mit unserem Gerät. Es war nicht feinfühlig genug, um jede Leitung zu finden. Wenn man dann einmal aus Versehen in eine reingebohrt hat, ist der Schaden nicht ganz unerheblich.
Bob: Das neue Gerät verspricht einen universellen Einsatz und hohe Zuverlässigkeit – können Sie das bestätigen?
Leo Gahleitner: Darauf war ich gespannt. Meine Antwort lautet ja und nein.
Bob: Das heißt?
Leo Gahleitner: Zunächst einmal ist das Gerät recht groß und robust. Ein leichteres Gerät wäre besser. Was die Funktionen betrifft gibt es die verschiedenen Detektionsmodi, die im ersten Augenblick verwirrend sein können. Wenn man die Bedienungsanleitung liest und sich mit dem Gerät beschäftigt, weiß man irgendwann, wann man welchen Modus braucht. Auffällig ist, dass man in einem anderen Modus manchmal bessere Ergebnisse erzielt. Das ist ein Erfahrungswert, den man sich erst erarbeiten muss.
Bob: Konnten Sie denn die Leitungen aufspüren?
Leo Gahleitner: Armierungseisen, Wasserleitungen aus Kupfer und Stromleitungen lassen sich schnell finden. Knifflig ist das Aufspüren von Kunststoffrohren. Diese werden zunehmend bei der Installation von Fußbodenheizungen verwendet. Hier zeigte das Bosch-Gerät seine Stärken und Schwächen. In einem Fall wurden die Kunststoffrohre einfach nicht erkannt, weil die Rohre der Fußbodenheizung noch leer waren. In einem anderen Gebäude behinderten die Fliesen die klare Ortung. Ich hatte auch eine Wand, hinter der eine Eisenbewehrung im Beton die klare Lokalisierung verhinderte.
Bob: Konnten Sie gar keine Kunststoffrohre orten?
Leo Gahleitner: Ich habe sie meistens schon gefunden. Haben die Rohre weniger als 20 mm Durchmesser, werden sie nur schwer erkannt. Die Heizungsrohre, die bei uns gängig sind, haben 16 mm Durchmesser. Das gleiche trifft bei Leerrohren in der Elektroinstallation zu. Man muss daher manchmal etwas Zeit investieren und auch damit rechnen, ein Rohr einmal nicht zu finden. Bei Abwasserleitungen ist das zum Beispiel viel einfacher, die erkennt man schnell.
Bob: Wie genau ist das Gerät?
Leo Gahleitner: Werden die gesuchten Objekte erkannt, lassen sie sich ganz genau orten. Man bekommt im Display die genaue Position und die noch mögliche Bohrtiefe angezeigt. Das schafft Sicherheit, vor allem auch bei Dübelbohrungen in armiertem Beton. Die informative und übersichtliche Anzeige der Ergebnisse ist auch ein klares Plus des Bosch-Gerätes.
Bob: Und worüber sind Sie nicht begeistert?
Leo Gahleitner: Es ergaben sich beim Testen immer wieder Situationen, in denen Objekte durcheinander angezeigt wurden, was verwirrend war. Hier handelte es sich meist um Wandbaustoffe mit vielen Hohlräumen. Ein Wechsel in die Betriebsart „Hohlziegel/-block“ hat die Detektionsergebnisse dann verbessert, aber auch nicht immer ausreichend. Dann hieß es, sich Stück für Stück vor zu arbeiten. Mit mehreren Messungen in unterschiedlichen Höhen konnte ich mir nach und nach ein genaues Bild erstellen. Lagen die angezeigten Objekte auf einer Linie, waren es wohl Leitungen. Kleinere, versetzte Objekte deuteten auf Hohlräume in der Wand hin.
Bob: Was ist Ihnen noch aufgefallen?
Leo Gahleitner: Praktisch ist, dass das Gerät auch Holzunterkonstruktionen in Trockenbauwänden erkennt. Dies kann zum Beispiel bei der Montage von schweren Heizkörpern an solchen Wänden helfen. Bei Unebenheit der Wand kann es leicht passieren, dass ein Rad des Messgerätes abhebt. Dann warnt die Elektronik und verhindert so falsche Anzeigen. In solchen Fällen genügt es meist, ein Stück Karton unterzulegen, um eine glatte Lauffläche für das Messgerät zu haben.
Bob: Ihr Fazit?
Leo Gahleitner: Eine Anschaffung lohnt sich in jedem Fall. Im Vergleich zu unserem bisherigen Gerät findet der D-tect 150 auch Kunststoffrohre. Den Preis dieses Ortungsgerätes von rund 599 Euro plus Mehrwertsteuer hat man schnell wieder reingeholt. Meist ist der Schaden bei einer einzigen angebohrten Rohrleitung höher als der Kaufpreis des Gerätes. Es gibt noch Punkte die sich verbessern lassen, aber es ist schon ein deutlicher Schritt nach vorn und ein deutlich besseres Gerät als gehabt.
Kommentare
Von Gelöschter Benutzer am 13.01.2012, 14:52 Uhr
Hallo Bob,
in der 5. Zeile hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen... Kommentar kann danach gelöscht werden.
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