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6. August 2009 09:07, Bosch Experten-Team
Thema Vibrationsbelastung: Hintergrundinfos und Tipps für die Praxis
Vibrationen, die durch Werkzeuge auf den Körper übertragen werden und dort zu gesundheitlichen Schäden führen können, sind spätestens seit der EU-Richtlinie 2002/44/EG nicht wegzudiskutieren. Bei Bosch arbeitet man bereits vorher an Lösungen.
Mit 27 Knochen, 33 Muskeln und 22 beweglichen Achsen hat die Hand den komplexesten Bauplan von allen menschlichen Gliedmaßen. Jede Handfläche besitzt 17 000 Fühlkörperchen, mit denen wir Druck und Bewegungsreize wahrnehmen.
Starke Vibrationen über lange Zeiträume, ausgelöst durch Werkzeuge, können dieses sensible Gefüge aus dem Gleichgewicht bringen. Also sind zum einen die Arbeitgeber gehalten, entsprechende Einsatzzeiten für vibrationsstarke Werkzeuge einzuhalten und zum anderen sind die Hersteller aufgerufen, vibrationsärmere Werkzeuge zu entwickeln. Ein Auftrag, den Bosch bereits vor Erlass der Richtlinie im Juli 2002 sehr ernst genommen hat.
Wer eine schwache Gesundheit hat, sollte nicht hart arbeiten. Umgekehrt sollte der, der hart arbeitet besonders auf seine Gesundheit achten. Deshalb möchte die Redaktion heute ein Thema aufgreifen, das alle betrifft, die professionell mit Elektrowerkzeugen arbeiten: Hand-Arm-Vibrationen.
Jedes Elektrowerkzeug erzeugt im Betrieb eine bestimmte Eigenvibration, sei es durch den Motorlauf oder zum Beispiel durch eine Trenn- oder Schleifscheibe, die produktionsbedingt eine gewisse Unwucht aufweist. Zu dieser Eigenvibration addiert sich die durch die Bearbeitung eines Werkstücks erzeugte Vibration. Diese Summe an Vibrationen am Gerät wird dann durch die Werkzeuggriffe über die Hände in die Arme und alle dazwischen liegenden Gelenke abgeleitet.
Auf Dauer können die Gelenke und das darum liegende Gewebe allein durch diese Vibrationen Schaden nehmen. Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin die EU-Richtlinie von 2002 in eine Verordnung überführt und so eine gesetzliche Grundlage geschaffen. Die Maßeinheit für Schwingungen oder Vibrationen sind Meter/Sekunde² (m/s²). Dabei wird angenommen, dass Werte unter 2,5 m/s² (Auslösewert) eher ungefährlich für den gesunden menschlichen Körper sind, während alle Belastungen über 5,0 m/s² (Grenzwert) nur für einen begrenzten Zeitraum täglich vom Körper kompensiert werden können.
Da jedes Elektrowerkzeug abhängig von Hersteller, Bauart und Einsatzzweck unterschiedliche Werte der Vibrationsbelastung aufweist, gibt es keine Faustformel für die Berechnung. Allerdings muss jeder Hersteller die Vibrationswerte eines Werkzeugs für typische Praxisanwendungen in der Geräte-Bedienungsanleitung ausweisen. Bosch bietet für die professionellen Hämmer und Winkelschleifer einen eigenen Vibrations-Kalkulator an. Damit können Sie ganz einfach die Belastung und die Arbeitszeit bis zum vorgegebenen Grenzwert berechnen.
Bosch Vibrations-Kalkulator
Um die schädlichen Vibrationen zu minimieren, gibt es, angefangen bei speziellen Handschuhen, viele Möglichkeiten. Autobalancer (Gegengewichte) direkt im Werkzeug verbaut sind eine weitere Alternative. Bosch geht hier noch einen ganz anderen Weg und fängt die Vibrationen am Werkzeug auf dem Weg zur Hand ab. Beim "Bosch Vibration Control" werden die Handgriffe und Zusatzhandgriffe des jeweiligen Werkzeugs durch Dämpfungselemente vom Gehäuse entkoppelt. Jedes dieser Elemente ist auf die spezifischen Schwingungen des Werkzeugs abgestimmt, während spezielle Verschraubungen dafür sorgen, dass der Handgriff auch denn mit dem Gerät sicher verbunden bleibt, wenn das Dämpfungselement einmal beschädigt werden sollte.
Mehr zum Bosch Vibration Control erfahren Sie hier:
http://www.bosch-pt.com/productspecials/blue/vibration/de/de/start/index.htm
Bei den Winkelschleifern der Bosch LVI-Serie führt das patentierte Vibration Control zu einer Reduzierung der Vibrationsbelastung um 50% im Vergleich zu herkömmlichen Elektrowerkzeugen.
Im Katalog repräsentativer Lärm- und Vibrationsdaten am Arbeitsplatz (KarLA) des Landesamts für Arbeitsschutz Brandenburg sind neben den Geräten von Bosch auch die weiterer Hersteller mit ihren Daten abgebildet.
Katalog repräsentativer Lärm- und Vibrationsdaten am Arbeitsplatz
http://www.las-bb.de/karla/
Die gesetzlichen Verordnungen zu Vibrationsgrenzwerten und Arbeitsschutz sowie das Handbuch zu Hand-Arm-Vibrationen sind ebenfalls im Internet verfügbar. Wer sich im Detail informieren möchte, findet Downloadmöglichkeiten zu diesen beiden Dokumenten unter folgenden Adressen:
Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
http://www.bmas.de/coremedia/generator/9164/arbschlaermvibrationsv.html
Handbuch Hand-Arm-Vibrationen
http://www.bmas.de/coremedia/generator/22038/c219__arbeitsschutz__vibrationen.html
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